Die Reise zu den sieben Planeten

Ballett von Henning Paar
nach Antoine de Saint-Exupérys "Der kleine Prinz"

Musik von Erik Satie
in der Bearbeitung von Bernfried E. G. Pröve

 

Die Geschichte vom kleinen Prinzen, der seinen Heimatplaneten verlässt und durch das Universum reist, um einen Freund zu finden, mag ebenso viele Kinder begeistert haben wie sie Erwachsene auf die Suche nach ihrer vergessenen Kindheit geschickt hat. Denn der einzige Freund, den der kleine Prinz auf dem Planeten Erde findet, ist einer von uns, ein Erwachsener, ein in der Wüste gestrandeter Pilot mit einem Motorschaden und Wasservorräten für gerade noch acht Tage. Gegen alle Wahrscheinlichkeit und doch ganz und gar nicht gegen alle Vernunft finden die beiden Wesen von den zwei verschiedenen Sternen, das Kind und der Erwachsene, in dieser ausweglosen Situation einen Weg, sich zu helfen - wenn auch keinen gemeinsamen Weg: Am Ende müssen beide wieder Abschied voneinander nehmen.

Die Trauer um die verpassten Gelegenheiten und die Zwänge des Lebens, der aufrichtige Kampf um das Geheimnis der Freundschaft und die Suche nach dem Wesen der Liebe machen
die bis heute uneingeholte Poesie dieser Erzählung des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944) aus. Saint-Exupéry, selbst Pilot und fliegender Kurier zwischen Europa, Nordafrika und Südamerika, veröffentlicht seinen "Kleinen Prinzen" 1943 im New Yorker Exil. Ein Jahr später bricht er für die französische Armee im Mittelmeer zu einem Aufklärungsflug auf, von dem er nicht mehr zurückkehrt. 

Die klare und hellsichtige Poesie der Erzählung Saint-Exupérys ist für Henning Paar der Ausgangspunkt für seine "Reise zu den sieben Planeten". In der Musik des französischen Komponisten Erik Satie hat Paar dabei den idealen Partner gefunden. Von dem Komponisten Bernfried E. G. Pröve für ein neunköpfiges Orchesterensemble arrangiert, kommuniziert die Musik Saties mit dem Stoff Saint-Exupérys auf eine Art und Weise, die es dem Tanz erst möglich macht, die emotionale und symbolische Dimension dieser Geschichte neu zu entfalten, eigene Klang- und Bildwelten zu finden und also mit diesem kleinen Prinzen auf seine so außerordentliche Reise zu gehen.